2 Wochen Camping in Wales
Falls ich dort keine Moeglichkeit habe ins I-Net zu gelangen, sage ich einfach mal
Bis denne...
PS: Meine Digicam nehme ich uebrigens mit, ihr koennt Euch also auf die naechste Fotostory freuen. ;)
Heutzutage muss man nicht mehr vermoegend sein, wenn man mal eine Nacht in London verbringen moechte. Die Billigfluglinien gehen immer weiter runter mit den Preisen und wenn man frueh genug bucht, kann man sie fast mit denen fuer ein popliges Busticket vergleichen.
Man, was war das fuer ein Spiel gestern. Auch wenn das Ergebnis fuer Deutschland nicht gerade positiv ausgefallen ist, ich hab's auf jeden Fall genossen. Selbst die britschen Kommentatoren waren begeistert von beiden Mannschaften und haben sogar mit den Deutschen getrauert. Bei diesem Spiel haette es meiner Meinung nach eigentlich keinen Verlierer geben duerfen.

Das Wetter ist momentan richtig gut hier, es ist zwar haeufiger bewoelkt als sonnig, jedoch sind die Temperaturen angenehm. Wenn man ein bisschen spazieren geht, kann man sogar ins Schwitzen geraten, was aber wohl an den verdammten Steigungen liegt, mit welchen die Buerger von Fort William taeglich zu kaempfen haben.
Ich wohne ziemlich hoch hier und wenn ich aus meinem Fenster auf die Strasse schaue, die gluecklicherweise wenig befahren ist, sehe ich meistens nur Taxis. Ich denke, die Bewohner haben einfach keinen Bock mehr von der Innenstadt, die ungefaehr 200m entfernt, jedoch bestimmt 70m tiefer liegt, zu Fuss nach Hause zu gehen.
Aber ich habe eine ganz andere Steigung hinter mich gebracht. Ich habe den "Cow Hill" bestiegen und meine Digitalkamera dabei nicht vergessen.
Auf dem Bild koennt ihr Loch Linnie sehen. Eigentlich ist es gar kein richtiges Loch, da es mit dem Antlantischen Ozean verbunden ist. Haeufig kann man Segelschiffe sehen, die bestimmt eine sehr weite Reise hinter sich haben. Sie koennen von ueberall kommen, jedoch ist die vorlaeufige Endstation immer
die selbe, Fort William.
Auf dem Weg zur Spize des "Cow Hills" sieht man nichts als Berge, man ist umgeben von schoenster Natur. Oft ist man alleine unterwegs, nur ein paar Touristen, die es auch lieber haben, im Urlaub etwas zu sehen, das Land zu entdecken, anstatt faul rumzuhaengen, sind anzutreffen.
Der Berg im Hintergrund ist Ben Nevis. Er ist der hoechste Berg von ganz Great Britain, stolze 1343m hoch.
Eigentlich wollte ich ihn schon letzten Sommer besteigen, aber es kam so viel dazwischen, dass ich einfach keine Zeit dafuer finden konnte. Diesen Sommer ist er jedoch faellig. Und falls ich es wirklich schaffen sollte Ben Nevis zu erklimmen - es gab schon viele Todesfaelle - werde ich mir stolz das beruehmte T-Shirt mit der Aufschrift "I've climbed Ben Nevis" kaufen.

Wenn man die Spitze vom "Cow Hill" erreicht hat, wofuer ich ungefaehr 2 Stunden gebraucht habe, kann man ganz Fort William betrachten. Man realiesiert auf ein Neues, wie klein doch diese Stadt im Vergelich zum Ruhrgebiet ist. Meine Mutter liebt diese Kleinstadtidylle, sie kennt jeden dritten Bewohner und kommt, wenn sie in der Innenstadt ist, nur selten weiter als 50m ohne jemanden gegruesst zu haben.
Ich hingegen vermisse ein wenig die (Gross-) Stadt Unna. Am Wochenende kann man hier naemlich nicht sonderlich viel unternehmen. Es gibt zwar einige Pups, jedoch mag ich die Atmosphare in ihnen nicht. Das Durchschnittsalter der Besucher liegt bestimmt bei 30 Jahren und attraktive Maedels findet man so gut wie nie. Die naechste Disco ist ungefaehr 200km entfernt und diesen Weg fahre ich bestimmt nicht fuer ein bisschen Abtanzen.
Das Trinken von Alkohol ist hier auch so'ne Sache. Es ist streng verboten in der Oeffentlichkeit Alkohl zu trinken. Die Strafe liegt bei unglaublichen 500 verdammten Pfund (ca. 750€). Ich finds irgendiwe albern , nicht mal ein Bierchen unterwegs trinken zu duerfen.
Dieses Bild zeigt die Innenstadt von Fort William. Es gibt dort fast alles was das Herz begehrt, eine Videothek, Woolworth, 3 Banken, zig Pups, einen kleinen Supermarkt und wahnsinnig viele schottische Souvenirshops, in welchen die Touristen unnuetze Dinge kaufen koennen, die meistens wirklich nur als Andenken taugen.
Wer Lust auf Multikulti hat oder einfach nur einkaufen muss, geht bzw. faehrt am besten zu Morrisons ("buy one, get one free"), einem riesen Einkaufscenter. Hier trifft man Menschen verschiedenster Nationalitaeten, meistens sind es jedoch Deutsche oder Amerikaner. Ich finds ganz lustig den Deutschen zuzuhoeren, denn sie koennen ja nicht wissen, dass ich sie verstehe und wenn ich sie dann anspreche, freuen sie sich immer einen Landsmann getroffen zu haben. Und ja, ihr habt richtig gesehen, Fort William hat auch ein Mc'Donalds. Dieser amerikanische Virus hat auch hier Halt gemacht und es ist fuer die Schotten genauso schwer, sich nicht anstecken zu lassen.
Direkt neben der Innenstadt ist ein kleiner Park mit einem Minigolfplatz. An warmen Sommertagen kann man sich dort gemuetlich auf eine Bank setzen und ein Buch lesen, was hier sehr viele machen. Man kann aber einfach relaxen und sich von der Sonne braeunen lassen.
Viel beliebter an warmen Sommer- tagen ist jedoch das "Barbeque". Wir hatten gestern Barbeque und es hat einfach phantastisch geschmeckt. Ich liebe diese Familienstimmung dabei, man redet ueber Gott und die Welt und vergisst alles um sich herum. (Das Bild wurde uebrigens von Robert gemacht - ist er nicht ein begabter Photograph?!)
Ohne meine neue Familie waers auch nur halb so schoen hier. Ich bin froh, dass ich sie habe, meine Mutter, Chris (ihr Freund), Robert und David. Sie helfen mir sehr, nicht nur beim perfektionieren meiner Englischkenntnisse (z.B. erklaeren sie mir extrem wichtige Fussballfachbegriffe beim WM gucken), sondern einfach bei allem. Danke dafuer!!!
Alles in allem ist Fort William ein schoenes Urlaubsziel und eine schoene Stadt zum Leben. Das Wetter ist hier zwar eher schlecht, jedoch gibt es auch schoene Tage...
Aus Fort William gruesst Euch euer
Mike
